Wer bin ich?

Flink kletterte ich den Baum hinunter. Sei achtsam!, ermahne ich mich; die Rinde ist noch schlüpfrig vom Tau. Die Nacht war kalt und klar. Die silberne Sichel am Horizont ist noch spärlich zu sehen.

Ich trete auf den Waldboden. Er ist moosweich und umschmeichelt meine zierlichen Füße. Achtsam und leise wie eine Feldmaus, wage ich einen Schritt, will ich doch keinem Waldwesen etwas zuleide tun!

ElfeIch atme die Luft; sauge sie in meine Lungen; sie ist so klar, erdig und rein.

Ich halte Ausschau nach meinem treuen Gefährten, den Waldwesen, aber ich scheine die erste zu sein, die den neuen Morgen begrüßt. Ich bin freudiger Erwartung: Wenn die Sonne hoch am Himmel steht und der Mond zur Gänze verschwunden ist, treffe ich meine Gespielinnen. Wir wollen uns am verborgenen Wasserfall das Haar flechten.

Die ersten Sonnenstrahlen brechen bereits durch das hohe Geäst. Ich genieße die Wärme und spanne meine zarten Flügel auf, um die Nacht abzuschütteln. Das Sonnenlicht bricht sich darin. Ich erstrahle in tausend Farben! Genau wie ich, recken sich die Blätter der Sprösslinge, der Sonne lüstern entgegen. Die Knospen der Waldblumen öffnen sich. Ein Vogel stimmt ein, mit seinem Gezwitscher.
Ich möchte singen!

Etwas kitzelt mich an meinen Flügeln. Es ist ein Schmetterling! „Hallo, kleiner Freund!“, flüstere ich. Spielerisch tänzelt er um mich herum. Oh, was ist diese Welt nur für ein liebreizender Ort.

Wer ich bin?
Ich bin eine Elfe. Mein Name lautet Gilráén at Lyná de Amedáliá van Véneanár.
Das heißt in meiner Sprache: Die, die die Knospe öffnet.

 

 

Ich schleiche den Flur entlang. Die Türen sind geschlossen. Der Unterricht hat längst begonnen. Das Maschinengewehr wiegt schwer auf meinen Schultern. Es macht mich langsam. Es behindert mich in meinen Bewegungen. Ich muss schnell sein; muss flexibel sein; muss sie alle kriegen! Ich habe nur diesen einen Augenblick. One moment. One shot.

Ich muss so viele von den Motherfuckern in die Hölle schicken, wie ich nur kann.

Die Erinnerung an all die Jahre der Demütigungen spornt mich an. Niemand wird mich mehr bespucken, mich in den Spind einschließen oder mich zwingen Zigarettenstummel zu fressen.

Heute bin ich am Zug.

Ich halte die Glock Kaliber .45 in der Hand und öffne die Tür.

Ich bringe euch alle um.
Und danach mich selbst.

Wer ich bin?
Ich bin ein Amokläufer. Mein Name ist morgen in den Zeitungen zu lesen.

 

 

Unbewegt steht es schon lange da.

Der Duft von Diesel und Altmetall liegt schwer in der Luft. Es ist dunkel; kein Fenster. An den Wänden sind Haken und Regale angebracht; Schraubschlüssel und anderes Werkzeug hängt schief daran. Ausgemusterte Reifen stehen in der Ecke. Der Raum wirkt zugemüllt und vergessen. Der Boden ist dreckig und befleckt von Öl.

Es wurde schon lange nicht mehr benutzt. Es ist eingerostet. Veraltet und rostig.

Wer ich bin?
Ich bin ein Auto. Ich bin ein Opel Kadett, Baujahr 1984.

 

 

Das Badewasser ist angenehm warm. Genau richtig für das, was sie vorhaben. Sie fühlen sich wohl, es steht ihnen ins Gesicht geschrieben; sie kichern; blicken sich verspielt an. Die mit dem Pferdeschwanz beißt sich auf die Lippe. Sie ist jetzt schon ganz feucht zwischen ihren Schenkeln.

Ihre Freundin macht die Brause an, wartet auf die richtige Temperatur und hält sie ihr über den Busen. Das Wasser perlt ab, es tropft über ihre Nippel in die Wanne. Der Wasserstrahl stimuliert ihre empfindliche Knospe. Sie öffnet leicht die Lippen. Die Rothaarige lässt sich Wasser in den Mund laufen, um es ihrer Liebhaberin über die prallen Titten fließen zu lassen.

Sie küssen sich innig. Zärtlich umkreisen sich sie ihre Zungen.

Die Zunge der Rothaarigen wandert ihren Hals hinab. Sie gleitet hinunter bis zu den Nippeln. Ihre Lippen umschließen sie; knabbern, saugen und lecken daran. Die Dunkle lässt den Kopf in den Nacken fallen. Ihr Pferdeschwanz wird ganz nass. Sie genießt die Liebkosung. Bald hält sie es kaum noch aus. Ihre Freundin ist jetzt dran. Genau, wie bei ihr, lässt sie erst den Wasserstrahl über die Nippel gleiten, dann ihre Zunge. Sie saugt durstig, und ihre Lust wächst. Sie muss sie berühren. Inniger. „Hock dich hin“, flüstert sie.

Die Rote geht auf alle Vieren. Streckt ihr den Hintern entgegen. Die Dunkelhaarige genießt den Anblick. Was für eine wunderschöne feucht glänzende Pussy. Sie hält es zwar für Verschwendung, lässt aber den Wasserstrahl darüber laufen. Sie sieht, wie dass Wasser durch ihre Spalte fließt. Sie stimuliert ihr Zentrum mit dem Duschkopf; kitzelt und reizt die empfindsamen Nerven. Sie hört ihre Freundin genüsslich stöhnen. Das Geräusch turnt sie an. Langsam fährt sie mit dem Finger auf und ab. Sie ist erleichtert: die körpereigene Feuchtigkeit ist noch da. Geschmeidig rutscht ihr Finger zwischen den Schamlippen rauf und runter. Sie will ihren Lustpunkt noch nicht berühren. Sie weiß, ihre Freundin kommt dann zu schnell. Sacht schiebt sie ihr einen Finger in die nasse Öffnung. Ihre Freundin wird lauter. Langsam zieht sie ihn wieder raus. „Ich komme gleich…“, winselt sie lustvoll.

Abrupt hört sie auf. „Rutsch ein wenig“, sagt sie und drückt sich an ihr vorbei. Ihre Brüste berühren sich, gleiten feucht aneinander vorbei. Sie selbst nimmt auf dem Badewannenrand Platz und öffnet ihre Beine. Die Rothaarige ist gierig. In Sekundenschnelle ist ihre Zunge an dem Lustpunkt ihrer Gespielin. „Komm ein wenig hoch“, bittet sie sie.

Ekstatisch streckt sie sich ihr entgegen, so wie ihre Freundin es wünscht. Ihre Zunge dringt tief in sie ein. Sie blickt ihr auf den Kopf; sieht wie ihre Zunge genüsslich über ihre Klitoris streicht. Sie ist frisch rasiert und alles ist empfindsam. Sie beobachtet, wie ihre Zunge über ihre Schamlippen leckt. Erst die eine, dann die andere. Ihr Verlangen steigert sich ins Unermessliche. Sie will, dass ihre Freundin nochmal dazwischen gleitet. Sie soll sie mit der Zunge ficken. Keine kann das besser als sie. Sie reckt sich ihr noch näher entgegen. Die Zungenspitze berührt ihre Lustperle. Nass lässt sie die Zunge darum kreisen, stupst sie spielerisch an. Wenn das so weiter geht, komme ich, denkt sie und verdreht die Augen.

Die Rothaarige leckt sie leidenschaftlich; genießt den salzigen Geschmack der Geilheit ihrer Liebhaberin. Ihre Hände wandern unter ihren Arsch. Sie kneten ihn fest und rhythmisch im Takt. Dann merkt sie es, wie sich eine Flüssigkeit auf ihrer Zunge ergießt. Genussvoll schluckt sie sie hinunter. Ihre Freundin ist gut gekommen. Sie squirtet nur, wenn es ihr richtig gut gemacht wurde.

Wer ich bin?
Na, wir sind Lesben.

 

 

Tausend Menschen umringen mich. Ich werde von der einen Seite zur anderen gedrückt. Ein Meer aus Händen und Körpern. Ich verstehe keinen einzelnen Ton. Die Menge brüllt und kreischt. Ich höre meinen Namen. Er klingt verzerrt und hysterisch.

Ich bekomme Angst. Was, wenn ich jetzt falle? Was, wenn sie über mich trampeln? Was, wenn sie mich unter ihren Schuhen zerquetschen?

Ich kann nix sehen. Das Blitzlichtgewitter blendet meine Augen, trotz Sonnenbrille. Ich muss mich auf die Bodyguards verlassen, dass sie mich sicher hier raus bringen. Auf einmal packt mich eine Hand; sie zerrt an meinem dünnen Shirt. Ich spüre, wie der Stoff reißt. Vuitton ist auch nicht mehr das, was es mal war. Fingernägel kratzen über meine nackte Haut. Wild und voller Wahn. Es fühlt sich an, als würde ich aufgeschlitzt werden.

Ich werde vorwärts gepresst; weg von den Krallen; höre, wie mein Bodyguard Brüno etwas in die Menge brüllt. Jemand drückt mir den Kopf runter und schiebt mich nach vorn. Ich werde in die Limousine gestoßen. Die Tür fällt zu. Der Lärm endet schlagartig. Er ist nur noch dumpf zu hören, als wäre man unter Wasser. Ich kann wieder atmen. Es ist vorbei. Ich bin schweißnass. Hoffentlich ist es das wert.

Hoffentlich kaufen auch alle meine neue CD.

Wer ich bin?
Ich bin ein Superstar.

 

 

Ich fliege; kreise langsam um dich herum; goutiere den Ausblick. Dein Geruch ist göttlich! Ich will mich auf dich setzen und meinen Rüssel in dich stecken. Ich will dich aufsaugen und mich an dir nähren. Ich liebe dein Aroma, deine pastöse Konsistenz und deinen wunderschönen Farbton. Du bist ein wahrer Augenschmaus! Du wirst von allen, die ich heute schon hatte, am besten schmecken.
Ich kann dich riechen. Du bist mit Psychopharmaka gewürzt. Lass mich raten… Es sind Benzos, hab ich Recht? – Hab ich? Hab ich? – Ich schmecke das, Liebes.
Und vor allem schmecke ich dich.
Deine ganz persönliche Note, die sich durch Bakterien, Nahrungsreste und Umwelteinflöße definiert. Du bist ein Hochgenuss. Ich würde dich von über 9000 anderen Exkrementen wieder erkennen.

Wer ich bin?
Ich bin eine Schmeißfliege.

 

 

Tja, wer bin ich?
Ich bin Autor.
Ich kann alles sein, was ich verfickt noch mal, sein will.

fuck you

 

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: