Virtueller Selbstmord #1337

Ich muss etwas zerficken. Irgendwas muss mir vor die Flinte laufen, und dann SHOT.

Ich verzichte auf Diaz, ich verzichte auf Tavor, ich verzichte auf Vodka. Ich verzichte auf Nahrung und Schlaf.

Das einzige, worauf ich nicht verzichte, ist das Ficken.

O ja, ich fick mich so was von tot.

Ich kann mich selber nicht mehr labern hören.

Ich bin ja so klug, habe so gute Lösungsansätze, ich bin mein Gott. FICKEN ALTER!

Gott hat schlechte Laune. Gott lässt die Welt erbeben. Gottesurteil. Und Gott richtet hin.

Niemand wird das hier überleben. Ich weiß nur noch nicht, ob ich sniper oder ob ich gleich alles in die Luft jage.

 

Nein, ich mache nichts von all dem.

Ich halte aus. Ich gehe leveln. Ich skill mich runter.

Pre-Potten. Sturmhüter. HT. Feuerelementar. Flammenschock. Dreimal Blitzschlag. Erdbeben, wenn genug Mahlstrom. Aszendent. Lavaeruption bis zum Erbrechen. BÄM-BÄM-BÄM!

Damit kann ich atm sehr gut leben.

Die Rota ist wie eine Meditation. Ich spiele sie von vorn bis hinten. Ich stelle mich noch immer an die Puppe und spiele Szenarien durch. Was, wenn ich in einer Void stehe? Was, wenn ich aufs Add switchen muss? Was, wenn ich AoE machen muss? Wie kriege ich es hin, die beste ActiveTime zu haben? Wie kriege ich es hin, auch in laufschwierigen Situationen Dmg zu fahren? Wie oft konnte ich noch unterbrechen? Leute aus dem irgendwas raus holen? Verlangsamen? Purgen? Dispellen? Alter, ich mach dir alles! Nebenbei lauf ich noch über Wasser!

(Warum höre ich dich immer noch in meinem Kopf, wie du mich wegen so einer Scheiße anschreist?)

Hab ich sie eigentlich noch alle?

Bin ich drauf?

Bin ich wieder da?

Ich krieg bei einem Raidtag die Krise. Ich will, will, will. Ich will Erfolge, ich will clearen, ich will Items – Alter, ich ficke für Items! -, ich will fliegen (O ja, ich will fliegen *seufz*), ich will ausskillen, ich will Ddm-Meter in den Top 3 sein. Ich will ein gutes Spiel machen.

Das ist alles so unwichtig. So verdammt unwichtig.

Aber immer noch besser, als irgendwas zu zerficken, was mir hinterher leid tut.

Willkommen im Leben eines Gamers.

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