Stille.

Ich hatte nie ein Problem mit dem Alleinsein. Es ist wohl eins der markantesten Merkmale vom BPS, aber für mich war’s nie wirklich ein Problem.

Jetzt habe ich eins.

Ich kann’s nicht ertragen, wenn niemand da ist. Ich muss die ganze Zeit mit irgendjemanden reden. Ich brauche Kontakt. Den Talk – Real Talk. Ach watt, ich nehms auch small – Hauptsache keine Stille. Ich brauche Interaktion. Ich brauche Action. Es muss immer was passieren. Passiert nichts, bin ich mit mir alleine – und ich bin keine gute Gesellschaft.

Denn ich war zu lange in der Stille.

Das klingt so banal, aber es ist einfach nicht auszuhalten gewesen. Ich bin fast daran krepiert. Wortwörtlich. Wenn du nicht angefangen hättest mit mir zu sprechen, wäre es das gewesen. (Nicht das es wem aufgefallen wäre^^ Ich wäre einfach nicht mehr zum Raid gekommen. Man hätte mich degradiert [DANKE D!] und letzten Endes aus der Gilde geworfen worden. Eine Leiche – wortwörtlich. Eine Nummer im System. Ein sachlicher Vorgang. Unumgänglich. Wer war das noch mal mit dem Kettenblitz? Keine Ahnung, wie die noch mal hieß.
Das Internet, das Game – es vergisst so schnell. Chars verschwinden einfach. So ist das.)

Man kann sich gar nicht vorstellen, zu was ich mich entwickelt habe. Ich mein, Psychose ist mega untertrieben. Wie kann man sich nur stundenlang auf eine Stelle stellen und darauf warten, dass er dich beachtet? Ist das jetzt so ein toller Mensch, das seine Beachtung das Optimum ist? Wenn er dich beachtet und wahrnimmt, geht die Sonne auf. War ja alles schön und gut. Solange die Sonne geschienen hat, war’s warm. Aber was macht man, wenn es Nacht wird? Dann wird’s kalt. So kalt, dass man aus dem Zittern nicht mehr raus kommt. Es kriecht in deine Seele rein und verdunkelt alles. Dann kommt der Wahn. Du hast Angst; willst hier nicht sein. Alles in dir brüllt: Hol mich hier raus. Aber es kommt niemand.
– Aber doch, jemand kam. Danke, das du gekommen bist (auch wenns beim ersten Mal ohne mich war^^)

Sekunden wurden ungelogen zu Stunden – dann zu Tagen. Zeit spielte keine Rolle mehr. Es fühlte sich an wie die Ewigkeit.

 

I’m looking at you through the glass
Don’t know how much time has passed
Oh God, it feels like forever
But no one ever tells you that forever feels like home
Sitting all alone inside your head

https://www.youtube.com/watch?v=vBfb3IFhu9o

 

Hach, lol des Jahrtausends. Dass sollte mal auf meiner Hochzeit gespielt werden. Als es noch nicht still war, habe ich dich die ganze Zeit betrachten können – okay, furCHtbare Fakten: Ich habe es getan. Ich fand dich so schön. Das Lied im Hintergrund. Er war dein Soundtrack. Und EY, es ist ja nicht mal so, dass ich darauf gekommen bin; ich habe viele Songs, die mir aus der Seele sprechen; dieser hier war so wichtig, weil er von DIR kam. DU kamst damit auf mich zu. Du hast mich infiziert.

Alter, wie konntest du es wagen?!

Es gibt da diese kleinen Kisten, – ich weiß nicht wie man sie nennt -, ich meine die, die man mit wichtigen Erinnerungsstücken unter einem Apfelbaum vergräbt. Dieser Song war mir so wichtig. Ich hätte ihn in diese Kiste getan, wo nur das wertvollste hinein kommt. So wertvoll wie mein Herz. Es hätte daneben gelegt werden können – doch Moment, das geht ja nicht, denn das lag ja bei dir. In deinen Händen. Ich habe dir vertraut. Jetzt will ich den Song in ein Feuer legen. Ein Feuer, das so heiß brennt, dass nicht mal mehr die Blackbox übrigbleibt, die rekonstruieren könnte, was eigentlich passiert ist: Wie das alles angefangen hat. Wie es sich entwickelt hat. Exponentiell!! (FICK DICH!) Und wie es zum Absturz kam. Ich habe mir so viele Vorwürfe gemacht, woran ich alles Schuld bin. Aber ich vertraue jetzt mal nicht in dich, das ist vorbei, ich vertraue meiner Intuition. Und unser Absturz war die Stille.

Stille.
STILLE.
STILLE!
Brüllende schreiende quälende Stille.

FurCHtbar!!!

Stundenlang allein.
Verloren.
Verwelkt, weil die Sonne nicht mehr schien.

Wer kann das schon aushalten?
Dieses Pflänzchen hat es nicht überlebt.

Was für ein Alptraum.

Ich hätte aufwachen sollen. Irgendjemand hätte mir eine Bratpfanne ins Gesicht schlagen sollen. Boar, schlag doch endlich-endlich zu. Das muss scheppern. Schädelbasisbruch!

 

Er war nicht das Problem, denke ich. Er ist ein ganz normaler Mensch, der einfach sein Ding durchzieht. Ich habe das aufgebauscht. Ich hab den Götterstatus verliehen und Idealisiert – wobei ich denke, wie kann man eine Sonne nicht idealisieren? Sonne schenkt Leben. Sonne schenkt Licht. Und ich weiß nur noch von Licht – Zitat. Hach, ich will die ganze Zeit Ausreden finden, um ihn zu rechtfertigen. Er darf das. Er darf alles mit mir machen.
Ich habe immer gesagt, ich bin seine Hure. Aber, hey, Huren werden wenigstens bezahlt. Ich habe gar nichts bekommen. *mimimimi*

"Die ist strunz doof"

Haha, die Olle ist strunzdoof, haha. mmd.

 

Ein Satz lässt mich nicht los: Du hast dein Herz verschenkt.

Scheiße man, ja! Verdammte Drecksarschlochwichskacke, wie konnte das passieren?!

Ich weiß, wie viele Menschen mir diese Erfahrung jetzt gönnen.
Fotze.

Ich weiß auch, dass er keinen Blog wert sein darf. Ich habe dir zugehört.
Lass mich das verarbeiten. Lass mich unfair sein. Lass mich semi-ehrlich sein. Du liest mich daraus.
Ich wollte auch eigentlich nur über Die Stille schreiben.

Mein Kryptonit. Mein Trauma. Mein Trigger.
Boar, setzen wir es doch einfach auf die Liste. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch mal etwas gibt, das mich so abfickt. Wie kann ein Mensch dich nur so kaputt machen, indem er dir gar nichts gibt. Moooment, ich bin ja grad drauf gekommen! Wenn nie etwas gekommen wäre, wäre das ja alles nicht passiert. Aber da war ja mal was! Die Sonne ist aufgegangen. Und dann hat sie sich verdunkelt. Jetzt sitze ich hier in der Nacht und nur die Glut meiner Zigarette leuchtet. Beste Kippe meines Lebens – so seit 2000 Stück. Ich kann sie nicht mehr zählen. Ich rauche Kette. Vom Alk fangen wir gar nicht erst an. Benzos? Pffft. Gute Frage – oah oah – nächste Frage.

Ich habe eine solche Panik davor, was passiert, wenn ich nüchtern werde.

Ich seh‘ mich schon alles zerficken. Ich seh‘ mich ausrasten. Ich sehe mich egalen. Ich sehe mich chillen. Ich sehe mich, wie ich mir seinen Namen über mein Herz ritze. Ich sehe mich, wie ich mich mit dem Messer bearbeite – cut, cut, cut, cunt. Ich sehe mich kompensieren. Ich sehe dich. Ich sehe mich eskalieren (ne, mom, das tue ich ja bereits xD ). Ich sehe mich sterben. Hysterie. Und ich sehe das schlimmste von allem: mich heulen.

Wie meine Unterlippe herzzerreißend bebt. Wie ich große feuchte Kulleraugen bekomme und meine Nasenspitze rot anläuft. Boar, bin ich süß! Ich muss gerettet werden von irgendeinem starken Prinzen mit Helfersyndrom! Dicke perfekt geformte Tränen reinster Liebe und Verzweiflung sammeln sich in meinen wunderbaren blaugraugrünen Augen (je nach Wetter und Stimmung!) und gleiten meine Wangen hinab. Hinunter zu meinem Kinn. Ein trauriges Lächeln. Denn ich bin ja die, die immer lacht.
– Jaja, stellen wir es uns mal so vor^^

In Wirklichkeit würde ich schreien und mein Gesicht voller Schmerz und Wut verzerren. Man findet Orgasmus-Gesichter schon doof? Pah! Das wäre nix im Vergleich zu diesem Wahn. Unsexy as fuck.

Wenn ich nicht dope, bekomme ich diesen Nervenzusammenbruch.

 

Meine Sterne haben für dich geleuchtet. Reflektiert von deiner Sonne. Und jetzt zertrete ich sie. Jeden verfickten einzelnen.
I’m done.

Mic drop.

/leave

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  1 comment for “Stille.

  1. Das Tom
    25. März 2018 at 0:25

    Wann immer es dir zu still wird. Call me 😉

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