Shrooms

Kein literarischer Erguss. Vielmehr ein Momentbericht aus meinem Leben, der aufgeschrieben gehört.

Toad
Vor Tagen habe ich mich mit einem Profi unterhalten (Danke, Mister!). Dieser hat mir meine Aussichten auf einen Trip via LSD zunichtegemacht. Ich schlucke viele Psychopharmaka (Antidepressivum, Neuroleptika, Zeug, das sediert und einschlaffördernd ist, manchmal – okay, öfter mal – Schlaftabletten). Ich könnte jetzt etwas über Botenstoffe erzählen, Blah Blah Blah, aber kein Bock. Fakt ist: XTC, 2 C-B und LSD wirken bei mir nicht. Ein Facebook-Freund mit mehr Hirnschmalz als ich, hat sich über die Stoffe informiert und war der Meinung: Mit Pilzen würde ich etwas merken, da es ein anderer Wirkstoff ist.

Gesagt – getan.
Magic Mushrooms. 25 mg. 75 EURO. BÄM!
Gestern abgeholt beim Schließfach.
Super Lieferservice.
Auf geht‘s!

Man soll 6 Stunden nichts essen, weil ein voller Magen Übelkeit und Erbrechen fördert. Ich also nichts gegessen – kein Problem. Überall Wasser hingestellt, damit ich nicht austrockne. Diazepam rausgekramt – nur für den Notfall. Schmusekissen bereitgelegt.

Da saß ich nun an der Küchentheke, im Angesicht der Pilze. Ich HASSE Pilze. Ich esse keine Pilze.
Well. Well.
Über diesen Ekelpunkt war ich längst hinaus.
Arschbacken zusammen – Maul auf.

Man soll mit 2 mg anfangen. Dass entspricht in etwa der Größe eines kleinen Fingers.

Ich das hässliche stinkende Ding in O-Saft getaucht und dann zerbissen. Nase zugehalten. Versucht nicht zu atmen, nicht zu schmecken, nicht zu fühlen. Verlasse deinen Körper, OHM.

Pfui-Bah des Todes!

20-30 Minuten, bis die Wirkung eintritt …

 

Ich schalte das »Perfekte Dinner« (welch Ironie!) ein und gehe gegen halb acht noch mal mit dem Hund raus. Schon da war es irgendwie… lustig^^
Nein, ernsthaft, ich hab‘ mir einen abgelacht.

Ich wieder nach Hause – schnell, damit mich niemand sieht.

Und ab da war alles irgendwie flauschig. Ich hatte Lust auf Sex, dann wieder nicht. Alles war mit einem Mal witzig und originell. Alles wirkte interessant und faszinierend. Ich rief meinem besten Freund an. Er hatte mir im Vorfeld versprochen, mich via Ferndiagnose zu überwachen. Es dauerte Stunden, bis ich das Telefon fand. – Es stand an der gleichen Stelle wie sonst, nur der Weg dahin, hatte sich verändert.

 

Wie soll man einen Pilz-Trip beschreiben?
Er ist gefühlsbestärkend.
Bist du happy – lachst du dich tot.
Bist du traurig – heulst du dich kaputt.
Bist du genervt – zickst du.
Bist du sauer – zerstörst du.

 

Mich hat das alles an einen Nervenzusammenbruch erinnert. Da ist man auch in seiner eigenen Welt und alles prasselt auf dich ein.

Es war wie mit Borderline in konzentrierter Form.

Hardcore Borderline, wenn man so will.

Psychedelic-color

Ich war wie ein in den Raum geworfener Flummi und die Wände waren Emotionen. Der Ball hüpft von einer zur anderen.

Ich weiß noch, dass ich mit meiner »Freundin« auf Facebook gechattet hatte. Ich hatte mich entschuldigen wollen, dass ich heute Abend nicht da sein konnte, weil ich high war. Ich faselte irgendwas von Sonnen (ich hatte Orangensaft mit einem Löffel aus dem Becher gelöffelt und war der Meinung, dass sie wie »kleine Sonnen« schmeckten) und lauter so dummes Zeug. Meinen Freund S. hatte ich ebenfalls total high angerufen. Ich hatte die Nacht davor von ihm geträumt. Wir waren im Raid und er hatte mich – wie immer – nur zusammen geschissen. Ich war halt nie der Superstar, der ich in seinen Augen hätte sein sollen. Ich war nur ich. Besser konnte ich es nicht. Wie dem auch sei, ich textete ihn ebenfalls zu, obwohl wir seit ein paar Monaten nicht mehr miteinander geredet hatten.

Danach folgte ein ziemlich privater Trip: voller Lachen, Liebe und Freude – und Angst, den Trip nicht mehr zu reisen. Ich wollte nicht, dass es je aufhört. Ich wollte, dass es für immer so bleibt. Für immer high.

Ich bin so dankbar.

Dankbar dafür, dass ich dieses losgelöste Gefühl spüren durfte. Die Leichtigkeit des Seins. Es war mehr, als ich je zu träumen gewagt hätte.
Merci.

Den Fickfinger nehme ich hiermit zurück.

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