Psychotischer Schub

Hallo!
Ich bin’s.

Ich habe mal wieder Schluss gemacht.

Ich hatte Angst.
Ich kann Liebe so schlecht aushalten.

Du hast die Raketen. Ich halte die Flamme.

Es ist, als würdest du mir ein Feuerwerk reinstopfen. Ständige kleine und große Explosionen. Du erhellst meine Nacht. Bunt oder schillernd – aber auch herz- und ohrenbetäubend laut und knallend. Dabei habe ich das Gefühl, ich zerberste innerlich. Diese Funken, diese chemischen Reaktionen, finden kein Ende und keinen Ausgang. Der Druck ist schwer aushaltbar. Ich mache kleine Schnitte, damit etwas entweichen kann, aber sie reichen bei weitem nicht. Im Gegenteil: Ich lasse noch Sauerstoff daran, um sie noch höher und weiter zu treiben.

Ich bin nicht gut darin, über Glück und Liebe zu schreiben. Ich bin ehr so Drama. Wut. Hass. World War III. Ich räume dir lieber die Bude um. Borderline Wut. Eskalation. Mindfuck. Oklahoma! Vor Liebe drücke ich mich immer so gerne.

Aber da ist dieses Kribbeln in den Fingerspitzen. Und es ist kein Entzug, den ich vergessen habe! Es ist pure Euphorie.

Ich glaube, Liebe ist nichts weiter als ein psychotischer Schub, den man einfach abwarten muss.

Denn früher oder später ist sie wieder da: diese Gänseblumenwiese, die ich zertreten will, weil ich ihren Anblick nicht ertragen kann. Verfickte Gänseblümchen! Ich würde jetzt gern über Flammenwerfer oder Pestizide reden, aber dann verfehle ich mal wieder das Thema.

Fakt ist: Ich bin vom Mars. Und du bist die Sonne.

Dank dir blühen die Blumen.
Ich bin nur ein Mythos.
Ein roter Planet, auf dem es einst mal Wasser gegeben hat. Ansonsten bin ich unbewohnbar.

Doch du hast es geschafft, eine Kolonie auf einen kargen Planeten zu errichten, der ein Überleben alles andere als einfach macht. Schlechte Bedingungen. Aber du baust emsig deine Gänseblümchenfelder und ich versuche, sie nicht zu töten.

Hallo!
Ich bin’s.
Mal wieder.
Auf eine gute Ernte.

  1 comment for “Psychotischer Schub

  1. royaltrs
    31. Mai 2017 at 11:00

    Es ist immer wieder faszinierend: Einfache Worte, kurze prägnante Sätze und dennoch soviel erzeugtes Gefühl und Wortmalerei.
    Man könnte nun fragen was der Künstler uns damit sagen will. Ich weiß es nicht. Aber die Worte treffen ins Schwarze – Und mitten ins Herz!

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: