Pizza im Weltall

pizza im weltall
Bei mir stimmt was nicht.
Ich komme mir vor wie eine überbelegte Pizza.
Darauf sind Salami, Schinken, Ananas, Katzenbabies, Pilze, Sardinen, Kapern und Gummibärchen.
Jede Zutat steht für eine Emotion.
Nix passt zusammen, kein Konzept, kein roter Faden.


Gestern habe ich fast eine Gruppe Mädchen auf ’nem Parkplatz angefahren, weil sie mich an jemanden erinnert haben, und sie zu weit auf der Straße gingen. Ich habe sie leicht am Bein bestupst mit der Stoßstange. Als sie dann (vermutlich zurecht) noch ne große Fresse hatte, habe ich ihr einige Töne dazu gesagt. Ich konnte mich gerade noch davon abhalten, auszusteigen und ihr den Schädel einzuschlagen.
Danach bin ich mit murderdeathkill-Attitüde durch den Laden gerauscht.
 
Rückfahrt.
Jemand nimmt mir die Vorfahrt.
Großes Gehupe, Mittelfinger und dem Penner so dicht aufgefahren, dass es an Nötigung grenzte. Ich an seiner Stelle wäre angehalten und hätte mir was auf die Fresse gehauen. Ich hätte das sehr willkommen geheißen.
Zuhause dann müde und wach. Nervös und antriebslos. Liebe und Hass kämpfen um irgendwas in mir. Ich steh nur in der Mitte und mir rutscht der Pizzakäse langsam runter.

Ich hab Bock zu ficken. Es gibt Stunden am Tag, da denke ich die ganze Zeit an nix anderes. Ich denke mir alles Mögliche dabei aus. Es ist schon fast zwanghaft. Aber da ist keine Zärtlichkeit, keine Liebe mehr. Ich drehe einen Snuff.

Ich bin aggressiv. Beiße und spucke um mich.
Scheißegal, wen es trifft.

 

Dann höre ich ein Lied und gehe mit der Emotion mit. Ich bin dann tieftraurig. Ich könnte heulen und bin so …. so down. Regelrecht erschüttert und bedaure einem Verlust, der nicht da ist – oder doch?
Die Ananas auf der Pizza sagt was anderes^^

 

Dann will ich Blumen kaufen, Heiratsanträge machen, große Liebesbriefe und -Songs schreiben. Irgendetwas Großes tun! Ich könnte zusammenbrechen, weil ich etwas Wichtiges verloren habe. Obwohl ich es nie wirklich hatte.

 

Dann springt es auf ein anderes Lied.
Was ich dann fühle ist so abwechslungsreich wie die Playlist: Hass und Wut; ein nagendes Gewissen, Mitleid, Verständnis, Bedauern; das Gefühl, der Erwachsene sein zu müssen. Würdevoll zu sein. Stolz. Stark. Konsequent. Über der Sache zu stehen. Nostalgie.
Dann will ich kämpfen: Gegen Drachen, Schildkröten, Ex-Freunde, Chlamydien, gegen den Druck (zu ficken, zu ritzen, den Alk wegzukippen) und gegen mich.
Ich will etwas erobern.
Brauche eine Prinzessin.
prinzessin
Ich hasse es, Musik zu hören. Es irritiert mich.
Ich könnte 12 Mal am Tag wichsen.
Ich will mich abschießen: Drogen, Alk, Pillen – ist mir alles scheißegal.
Es rausfließen lassen. Egal ob Scheiße, Blut oder Gedankenkotze.
Ich bin raus aus meiner Umlaufbahn. Ich fliege durch den Raum, nur die Gravitation hält mich einigermaßen.
Ich bin eine Pizza im Weltall und weiß nicht, wie oder wo ich landen soll.

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