never trust a junkie

Ich war grad rauchen (was auch sonst). Und da habe ich diesen Text in Gedanken geschrieben. Da war er ehrlich und ungefiltert. Jetzt habe ich wieder das Gefühl, filtern zu müssen. Ich weiß einfach nicht wohin ich denken soll. Ich kann mich für keine Entscheidung entscheiden.

 

Vorgestern …

Boar, was habe ich da gemacht? Ich habe versucht zu rekonstruieren, aber so richtig dran komme ich nicht. Ich würde ja gern ein Setting und eine zusammenhängende Storyline beschreiben, aber Fakt ist, da sind Lücken.

Ich glaube, ich hatte versprochen nicht zu dopen.
Ich glaube, ich hatte versprochen nicht zu trinken.
Hat dann bis zu einem Trigger angehalten. Ich weiß nicht mal welchen. Oh doch, mom, er kommt gerade. Es war die Hoffnung. Ein unbedachter Satz, dass es ihm doch etwas ausmachen würde. Irgendwas mit »Ich bekomme den Shitstorm ab«. Da hat’s dann geknallt, weil – wie gesagt – das würde ja bedeuten, dass es ihm was ausmachen würde. Ich kann noch so viele Soldaten aufstellen. Hoffnung zerfickt alles.

Und dann gings rund. Aus dem Shot wurden 2 Liter-Gläser. Und aus 2,5mg Tavor wurde ein Highscore, dessen Dosierung man niemanden erzählen darf. Dann habe ich versucht Streit anzuzetteln. Irgendwas zerstören. Ficken, Ficken, Ficken. Kompensieren. Druckabbau. Bestätigung. Tagtägliche Bestätigung, bis ich es glaube. Bis sich die Erkenntnis in mein Hirn festzeckt und dort bleibt.

»Du willst doch leben, oder nicht?!«

Ja. Ich will aber auch aushalten können. Und was bin ich für eine Pussy, das ich das nicht schaffe. Schaffen doch andere auch! Warum ich denn bitte nicht?!

Weiter im Text.
Tatsachenbericht.

Ich weiß nur noch, dass ich eine Rauchen gehen wollte. Ich fand mich auf dem zugefrorenen verschneiten Rasen. (Immer wenn es schneit, muss ich an dich denken, kleine Frostkugel.) Ich weiß nicht, wie lange ich dort gelegen habe, aber mein Körper sieht ziemlich mitgenommen aus. Die Kotze war bereits gefroren.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: In der kältesten Nacht des Jahres liege ich im Schnee und habe Kotze um mich herum.

Im nächsten Moment bin ich im Bett in voller Montur aufgewacht. Wie kam ich dort hin? Dass weiß echt nur der Geier.

Dann schlage ich gegen 4 Uhr die Augen auf.

Ich weiß, etwas stimmt mit dir nicht. Irgendwie habe ich es gespürt, wie ich immer alles spüre, wenn es Menschen schlecht geht, die ich liebe. Also los. Auf zu dir. Ich weiß nicht, ob ich dir helfen konnte. Ich glaub, ich war schon mal besser^^ Aber es hat gut getan mit dir zu heulen.

Keine Milchkotzgeschichten, wovon man Videos dreht, damit sich einer darauf einen wichsen kann.
Kein gebitche.

Party girls don’t get hurt, can’t feel anything.
1, 2, 3 – drink!
Throw em back till I lose count.

Keine Show, damit uns niemand deutlich sieht.

Einfach ehrliche Ängste, und was wirklich falsch läuft.

Boar, sind wir wütend. Boar, sind wir traurig. Boar, sind wir verzweifelt.

Blaue Brücke.
Mitte März.
Datum klären wir noch.
Und dann springen wir endlich.

Frage: Sind wir im Grunde Mädchen, die einfach zur zärtlich am Hals geküsst werden wollen?
– Denk mal drüber nach.

 

Gestern …

Viel gepennt. Realitätsflucht. Bewusstlosigkeit. Hach, was für ein Segen.

Und dann diese 3 Sekunden nach dem Aufwachen, wo dir alles wieder einfällt – furCHtbar.

Ich war ehr so … seminüchtern – seien wir doch mal ehrlich. Man verzeihe es mir – never trust a junkie. Ich hatte guten Grund dazu. Ich brauchte Mut für etwas. Es bleibt mein Geheimnis, was ich getan habe, denn ich will es leugnen, dass ich es getan habe. Junge, bin ich schwach.

Ich hätte mir so gern einen Abschiedsraid gewünscht. Mir einmal noch die volle Dröhnung geben. Den Bolzenschuss, der mein Gehirn endlich ausschaltet. Hach, wie gern hätte ich all das noch mal getan, was ich auf keinen Fall wieder tun wollte. Ich muss die ganzen Verlinkungen mit dir nicht noch mal aufzählen.
Anderer Blog. Andere Emotion. Anderer Wahn.

Ich habe gestern so gelacht. Ich habe bayrisch gelernt! Und man braucht kein TH im Bayrischen – das macht Hoffnung. Irgendwas mit Eichhörnchenschwanz. Ich mag das Wort, auch wenn ich’s nicht aussprechen kann. Es war lustig. Lachen. Hihi. Fühlte sich gut an.

Und dann kippte die Stimmung.

Wie das bei mir so ist – von jetzt auf gleich. Irgendein Gedanke, der mich in den Abgrund zieht. Dann wurde ich so unsagbar traurig. Nicht wütend (aushaltbar), nicht trotzig (aushaltbar), nicht einsam (semi-aushaltbar), nicht sachlich (super aushaltbar). Als ob mich ein Dementor geküsst hätte, wurde alle Hoffnung und Positivität aus mir herausgezogen. Ich wünschte, der Kuss hätte so lange gedauert, dass er meine Seele gefressen hätte. Denn dann hätte ich dieses ganze Drama nicht mehr und wäre nur noch eine leere Hülle, die überlebt. The walking dead. (Eine total überschätzte Serie, btw. Und ja, zu der Meinung stehe ich!)

Ich bin dann geflüchtet.

 

Ich bin heulend eingeschlafen.
Ich bin heulend aufgewacht.

Zeit für die Klapse.

Ich bin das zweite Mal in meinem Leben sicher, dass ich da rein gehöre. Ich muss mit jemanden reden, den ich nicht verletzte mit meiner semi-hardcore-Ehrlichkeit. Dass schafft doch kein normaler Mensch!

Ich will das ja hinkriegen, und überleben! Ich will! Ich weiß nur nicht wie. Wie verzweifelt kann ein Mensch nur sein? Mimimi. Ich tu‘ mir selber so leid. Ich hätte mich schon lange eingewiesen. Glaub mir, den RTW hätte ich schon längst gerufen; nicht lang gefackelt.

Kein Abschlussraid.
Kein letztes Mal …
… alles.
Du hast nicht verstanden, was ich gemeint habe. Oder ich habe dich nicht verstanden – wie immer. Reden wir aneinander vorbei?
Schön wär’s.

 

Wie geht’s nur weiter?

Ein Mississippi.
Zwei Mississippi.
Drei Mississippi.

Friends.

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