Ich vs. Kinderporno – Ein Opfer-Täter-Monolog

Lieber Herr Kinderporno-Konsument,

naturistische Aufnahmen fallen nicht in die Kategorie Kinderpornographie. Jedenfalls nicht in Deutschland. Rechtlich gesehen ist Ihr Fall damit korrekt abgeschlossen – meiner Meinung und der Urteilssprechung nach.
Was bleibt ist ein fader Beigeschmack, der für mich nach Urin und Sperma schmeckt. Denn über eins sollten wir uns alle klar sein: Wichse bleibt Wichse. Ich muss das so deutlich sagen, denn ob sich jemand auf einen Kinderporno einen runterholt oder zu „Boy Fight 2.0 Waterlogged“ ist moralisch gesehen kein Unterschied.

Fakt ist: Sie saßen vor dem Laptop und wichsten sich genüsslich einen auf Ihre Fantasie mit einem 9 – 14-jährigen Kind.

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Bei den Videos der kanadischen Firma „azovfilms“ handelt es sich um FKK-Aufnahmen von – logisch – nackten Jungs, die rumtoben, spielen und sich in natürlichen Posen darstellen. Was immer das heißen mag.

Fakt ist: Die Filme sind legal in Deutschland.

Fakt ist: Es sind Genitalien zu sehen.

Fakt ist: Einer der Filmemacher ist ein Deutscher gewesen. Sein Künstlername lautete „Peter P.“. Ein verurteilter Sexualstraftäter.

Fakt ist: Peter P. pries in Werbetexten seine naturistischen Aufnahmen anzüglich an: „Lass dich nicht täuschen von seinen unschuldigen Locken, denn hinter diesen Augen steckt ein schelmischer Knabe.“

Ab wann ist sexuelle Belästigung Ihrer Meinung nach sexuelle Belästigung?

Muss es immer gleich zu Übergriffen kommen oder eine leichte Erektion sein?
Was ist mit den stillen Gesten, die zwischen den Zeilen stehen? Zweideutigkeiten, schelmische Witzchen über ihre „Spielgeräte“, die Kamera ein paar Sekunden zu lang weg von der Natur und stattdessen auf die ausgebeulte Badehose oder nackte Pimmelchen gerichtet.
Wie lange darf ein Penis gefilmt werden, bis es sich um Pornografie handelt?
Ab wann darf ich mich sexuell belästigt und ausgebeutet fühlen?
Ab wann wird ein Kind sexualisiert?

Oder anders gefragt: Ab wann kriegen Sie einen Ständer?

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Frage: Warum heißen die Filmchen „Boys Fight I-XXVII“, „Country Boy“, „Fire Boys“ oder „FKK Waterguns“ anstatt „Ein Vogel sitzt im Baum und zwitschert ein Lied“ oder „Sandburgen bei Sonnenuntergang“?

Fakt ist: Ein minderjähriges Kind bekam Geld, Pizza, Lob und Aufmerksamkeit oder ein Eis dafür, wenn es sich spärlich bekleidet vor die Kamera stellte. Noch mehr, wenn es nackt war und/oder sich mit einem anderen Kind streichelte und berührte.
Na, immer noch kein Steifen?
Schon gut, ich verstehe, Sie genießen die Natur im Hintergrund.

Fakt ist: Die „natürliche Umgebung“ der Filme befand sich hinter Sichtschutz.

 

Von 2005 bis 2010 sollen Sie, mein Lieblings-Kinderporno-Konsument, ein solches Bildmaterial bezogen haben. Tatbestand. Rechtlich gesehen ist es keine Pornografie, alles einwandfrei, läuft bei Ihnen. Sie interpretieren Porno einfach anders als ich.

Ich bin der Meinung: Wichse bleibt Wichse. Und ein Kind bleibt ein Kind – egal in welchen Kontext. Legal oder illegal, ist Ihnen allerdings scheißegal, denn Sie sind juristisch bestätigt. Sie sind voll im Recht!
Dann haben die Kinder aber auch das Recht, sich missbraucht zu fühlen. Sie sind nicht mehr als eine Ware. „Azovfilms“ hat weltweit mehr als 60.000 Kunden. Wie viel Umsatz wurde mit diesem Bildmaterial gemacht? Eine Summe ist jedenfalls bekannt: Ein bekannter verurteilter Kinderporno-Konsument, der ganz nebenbei noch Politiker war, musste 5.000 Euro zahlen für sein Handeln zahlen.

Das ist der aktuelle Preis für Missbrauch. Eine Summe, die für mich nach Urin und Sperma stinkt.

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