I – H – F

Du bist das Into.
Mein Haupteil.
Und Fazit.

 

– Formulierungen, die sich echt nur ein Autor ausdenken kann. Hach, klingt das schmeichelhaft. Solang alles gut ist, ist das ja auch irgendwie süß. Wenn’s dann zwanghaft wird, – und das ist es -, dann nicht mehr so sehr.
Na dann, wollen wir mal.

 

INTRO

»hi«
»hi«
Postwendende Antwort. YEY! Das ist ein gutes Zeichen! Mein Mastermind setzt sich in Gang. Früher habe ich deine Stimmung an den iiii’s im Hi abgelesen. Heute bin ich schon glücklich, dass geantwortet wird. Und das auch noch so schnell! Nicht ne halbe Stunde warten, nein, sofort ein Echo. Wow, ich kann mein Glück gar nicht fassen! Fast vergesse ich, was ich fragen wollte. Das ist so eine »Ich trage eine Melone«-Szene aus Dirty Dancing. Ich trage eine ziemlich fette Melone und sehe extrem blöd dabei aus. Egal. Mach ich mich zum Obst der Woche – again und again; macht die Melone jetzt auch nicht mehr fetter…

Ich gebe zu, ich habe einen manipulativen Auftrag. Er ist leicht zu durCHschauen, aber drauf geschissen. Ich will ne kleine Nase ziehen und es ist mir egal, wie rein der Stoff ist, Hauptsache, es knallt ein wenig. Ich nehme das Billigste vom Billigsten und appelliere an deine Klugscheißerei. Du lässt es dir nicht nehmen, mit Fachwissen zu glänzen, also mache ich einen auf doof. Deine Antwort ist sachlich und kompetent. Ich merke, wie ich anflute. Ich will noch ne Dröhnung. Ein paar Minuten später frage ich erneut blöde Fragen. Du tanzt mit, für den Moment. Dann geht’s bei mir wieder los: Ich analysiere. Ich denke es kaputt. Ich nehme jedes einzelne Wort in seine Bestandteile auseinander.

 

HAUPTTEIL

»du weißt das doch alles«

Puh, es gibt jetzt over 9000 Interpretationsmöglichkeiten. Man kann das auf so viele Ebene meinen. Ich durchdenke sie alle. Ich möchte gern an diese L-Stimmlage glauben, die nur wenige von dir zu hören bekommen haben. Ich durfte mich glücklich schätzen – so so glücklich. Man kann mir ja erzählen, was man will, es kann sein, wie es ist, oder sein könnte, aber das kann mir niemand nehmen. Das kann man nicht faken. Das war real.
Ich möchte es gern so auslegen.
Aber vermutlich ist es facepalm-mäßig gemeint. Womit wir wieder bei der Melonen-Szene wären.

Wir bleiben noch 4 Minuten lang in dem Gespräch.
Mein Trip endet eine viertel Stunde später, weil ich den Bogen vermutlich wieder mal überspanne. Ich hätte mich zufrieden geben sollen, aber ich wollte wieder das 1kg-Koks-Paket.
Überdosieren. Übertreiben. Überschreiten.

Ich wollte nur wissen, wie es dir geht.

Seit Monaten habe ich jeden Tag damit begonnen, zu fragen, wie heute deine Stimmung/dein Befinden ist. Ich habe mich gesorgt und gekümmert. Ich kam mir vor wie eine Krankenschwester. Auf einer Skala von 1 – 10 … – Hach. Ich hätte alles für dich getan.

 

FAZIT

Du hast nicht geantwortet.

Auch hier wieder 1000 Möglichkeiten, warum du es nicht getan hast. Fazit ist: Wenn jemanden etwas wichtig ist, dann antwortet man. Dann versucht man es, man arbeitet daran, man gibt dem Wert.

Ich bin beim Endboss. Du gehst offline.

Ich will mir eine reinhauen.
So heftig, dass meine Tassen im Schrank wieder in Reih und Glied (Glied, ghihihihhihihihihihihihihihihi!) stehen.

Kompensiere es stattdessen mit Ritzen. Jaja, nicht meine beste Idee, aber wann hatte ich die schon die letzte Gute? Macht – wie gesagt – die Melone auch nicht mehr fetter. Ich schnitzel mir den Arm weg. Massaker. Ich spoiler mal: Ich habe ein paar Stunden später noch einen drauf gelegt. Ist richtig fies, wenn man über offene Schnitte noch mal drüber ritzt. Ich bin eine der wenigen, die es für das Schmerzvergnügen tun. Und -YEY!- es tut so richtig weh. Stell dir eine offene Wunde vor. Und du nimmst das Messer, stichst rein in das nackte Fleisch und ritzt noch mal eine Ebene tiefer.
Pffft, Weicheier! Ich bin Borderliner. Körperlichen Schmerz halte ich aus. Bin taff.

Was ich nicht ausgehalten habe, war dich.

 

 

Habe es sodann mit einem therapeutischen Ansatz versucht, geskillt und Fenster geputzt. Das muss man sich mal geben: Ich stehe da und mache wertvolle Hausfrauenarbeit, und mittendrin krieg ich einen Heulanfall. Ich bleibe an Ort und Stelle stehen, starre ins Nichts, – nein -, starre in mich rein!; bin bei mir, so nah, dass ich nichts mehr sehe; verliere mich in meinem Kopf, Gedanken und Gefühlen und heule mir die Seele aus dem Leib.
Dass fand ich stranger als das Cuttermessermassaker ein paar Stunden zuvor.
Wahnsinn steigt in mir hoch. Da sind sie wieder, die kleinen nackten grauen Männer, die fein säuberlich etikettiert sind nach Emotion und Zustand. Sie klettern mit Greifarmen durch meine Gehirnwindungen und ich überhitze.
Err0r.
Ich bin zu tief in mir.
O Gott. O Gott. O Go77!!!
Du hast nun zwei Möglichkeiten: Du bleibst für immer hier und das war’s mit dem Verstand oder du gehst wieder raus.
Geh!
Jetzt!
Beweg dich, VERDAMMT!
RAUS!

Heute Abend ist Raid. Reiß dich gefälligst zusammen!

 

Ich schmiede einen Plan …
1. Rauchen
2. Fenster zu ende putzen
3. Rauchen
4. Therapeutin anrufen, und richtig Terror schieben. Ich schaffe das allein nicht mehr.
5. Bossguide gucken
1-6. Nüchtern bleiben.

 

19 Uhr. Ich kotze. Jetzt habe ich ein greifbares Problem. Ich mach mir fast ins Höschen. Nein, ich mache mir ins Höschen. Ich kann meinen Schnitzelarm kaum bewegen und mein Hals brennt vom Kotzen.

Und dann: Du.
Du, wie du so happy bist.

Ich weiß nicht, ob du normal bist, oder ob du irgendwas geschluckt hast. Oder hast du einfach nur gute Laune? Ich kann das überhaupt nicht einschätzen. Ich bin so überwältigt von deiner Präsenz. Ich vergesse alles andere.
Mein Fokus liegt auf dir. Ich komme gar nicht mehr dazu, über meinen Shit nachzudenken, so sehr nimmst du mich in Beschlag.
Ich bin ehrlich gesagt fasziniert.

Ich danke dir so sehr. Du machst mir den persönlichen Raidlead und ich fühle mich seit Tagen endlich ein wenig normaler.

Ich nehme alle deine Affekte wahr, und freue mich wie ein kleines Kind über jede Reaktion und Emotion deinerseits. Ich finde dich so bescheuert. Ich finde das gut.

Gegen 4 Uhr morgens komme ich ins Bett. So schlimm war der Tag doch gar nicht.

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