First Date

Ich steige aus dem Auto aus. Ich habe eine lange Fahrt hinter mir und will mir die Beine vertreten. Am liebsten würde ich eine rauchen, aber das geht nicht.

Ich lehne mich an die Motorhaube und warte.

Sie wird kommen, ich weiß es. Nicht eine Sekunde lang habe ich Zweifel. Sie ist ’ne Knalltüte, aber solche Aktionen zieht sie durch.

Der Rastplatz ist verlassen. Ich bin der einzige. Es ist scheißenfrüh. Warum verabreden wir uns auf halb 6 Uhr morgens, frag ich mich noch, als ich eine Person auf mich zukommen sehe.

Sie ist größer, als ich dachte.

Ich bin ebenfalls groß.

Passt.

Als wäre sie für mich gemacht worden.

Ich dachte, sie wäre zögerlicher; ängstlicher; aber das Gegenteil ist der Fall. Sie kommt schnurgerade auf mich zu. Kein Zögern, keine Unsicherheit, kein Wanken. Grade laute Schritte. So ein Trampel, denke ich und beginne zu Grinsen.

Jetzt kann ich ihr Gesicht sehen. Es ist dasselbe wie immer. Nur in Bewegung, mit Leben, keine Statur. Sie grinst ebenfalls und schaut auf den Boden. Ha! Du hast verloren. Weichei.

Ich lasse sie kommen. Mal gucken, wie weit sie sich an mich heran traut. Eigentlich hatten wir ausgemacht, eine MacDonalds-Tüte über den Kopf zu tragen, aber irgendwie hat sich keiner daran gehalten. Mich stört es nicht.

Sie hat eine große Tasche dabei. Sie lässt sie arglos hin und her baumeln. Meine liegt hinten auf der Rückbank. Was sie darin versteckt, kann ich nur erahnen. Mein Schwanz zuckt bei der Vorstellung daran. Oder vielleicht ist er auch nur die Kompassnadel, die direkt auf sie zeigt. Ich bin vollkommen auf sie ausgerichtet; sie ist mein Norden.

Sie hat sich bis auf 2 Meter an mich heran getraut.

»Hi«, sagt sie doch allen Ernstes. »Wie geht’s?«

Verfickter Smalltalk.

Scheiß drauf. Ich stoße mich vom Auto ab und gehe auf sie zu. Ich dringe auf brutale Weise in ihre Komfortzone ein, nur um zu sehen, wie sie darauf reagiert. Ich stelle mich so nah an sie heran, sodass mich ihr Busen fast berührt.

Ich grinse einfach nur. Ich weiß, sie will meine Stimme hören. Will ein bisschen quatschen, Konversation betreiben, Blah-Blah-Blah, wie war die Fahrt und so. Drauf geschissen. Ich ziehe erst mal die Luft ein, raube ihr sprichwörtlich den Atem.

»Musst du dich gleich so nah an mich ran stellen?«

»Ist es dir unangenehm?«, frage ich.

Als Antwort kramt sie in ihrer Tasche nach Zigaretten. Verlegenheitsgeste. Sie macht sich eine an. Das rote Feuerzeug verschwindet schnell wieder in ihrer Tasche. Sie geht einen Schritt zurück. Ich folge ihr. Ihr Blick will mich töten. Sie nimmt einen Zug.

»Sollten wir nicht irgendwas sagen?«

Ich gehe weiter auf sie zu; für meine Verhältnisse vorsichtig, damit sie mich aufhalten kann, wenn das ihr Wunsch ist.

Sie richtet sich zur vollen Größe auf.

Ich umfasse ihren Hals-Nacken-Bereich mit beiden Händen. Halte sie fest. Sie bleibt in Position, und guckt mir geradewegs in die Augen.

Ich lege meine Stirn an ihre und erlaube mir für einen Moment die Augen zu schließen. Ich höre mich selber seufzen. Sie hat die Luft angehalten. »Atme«, sage ich.

Als sie den Mund öffnet, lege ich meinen auf ihren. Noch bevor ich Fuu-H-uuck denken kann, hat sie mir ihre Zunge in dem Mund geschoben. Soviel zu Smalltalk. Alles Bullshit. Wir brauchen das nicht, wir kennen uns. Was wir noch nicht kennen, ist der Körper des anderen. Wärme. Nähe. Physische Intimität.

Ihre Zunge schiebt sich tiefer in mich hinein. Ich habe das Gefühl, sie will mich auffressen, als sie mich leicht beißt. Ich bin etwas schockiert, weil ich das eigentlich tun wollte.

Keine zwei Sekunden später spüre ich ihre kalten Hände unter meinem Shirt. Ich drehe sie, bugsiere sie an das Auto. Wir krachen irgendwie dagegen. All das muss ziemlich unelegant ausgesehen haben, aber ich scheiß drauf, denn was ich gerade fühle, ist so dominant und berauschend, dass für einen anderen Gedanken kein Platz mehr ist.

Ich drücke ihr die Fahrertür in den Rücken. Ihre Hände rutschen in meine Hose. Sie findet meinen harten Schwanz und umfasst ihn wie selbstverständlich. Ich sauge die Luft scharf bei dieser ersten Berührung ein. Sie bewegt ihre Hand, und ich glaube, ich falle in Ohnmacht.

Ich küsse sie mit so einer Leidenschaft, wie ich es noch nie getan habe. Küssen fand ich immer doof. Aber dieser Mund scheint mir zu gehören. Hier bin ich zuhause. Ich bin in ihr – zumindest mit der Zunge. Wenn’s nach mir gehen würde, würde ich ihr direkt in die Hand spritzen, aber das käme mir verschwendet vor. Ich muss mich zusammenreißen. Ich sage es, wie ein Mantra vor mich her: Beherrsch‘ dich. Beherrsch‘ dich. Beherrsch‘ dich.

Ihre Hand geht auf und ab. Meine Knie werden weich wie Butter. Ich … Fuck, nein.

Ich stoße mich von ihr ab.

»Nicht hier«, bringe ich heiser hervor.

»Warum nicht?«, wimmert sie in einer Tonart, die noch heißer ist, als die Hand an meinem Schwanz.

Ich hatte das schönste Hotel gebucht. Die Fassade war mir egal, ich hab nur auf die Bettenausstattung geachtet. Es war reiner Zufall, dass es das interessanteste Hotel im ganzen Ort ist. Es sieht aus wie ein Ei. Im Dunkeln leuchten Lichter daran, ich fand das irgendwie hübsch.

»Einsteigen«, sage ich schlicht.

Sie geht betont langsam um das Auto herum. Sie will mir ihren Arsch präsentieren, ich weiß das. Ich liebe sie dafür, dass sie es tut und muss fett Grinsen. Er ist wunderbar, aber nicht gerade hilfreich dabei, einen Mörderständer unter Kontrolle zu kriegen. Sie setzt sich rein. Ich bin erleichtert. Irgendwie hatte ich die irrationale Angst, dass ich sie nicht ins Auto – und zu mir – kriegen würde.

Ich lasse mich neben ihr auf den Fahrersitz gleiten. Ihre Präsenz irritiert mich. Ich glaube, das habe ich wohl verdient, nachdem ich ihr so nah gekommen bin. Da darf sie mich auch ruhig mit ihrer Verkörperung irritieren.

Ich starte den Motor und versuche mich damit zu beruhigen, dass ich die Adresse des Hotels ins Navi eingebe. Verdammt, wie hieß das nochmal? Irgendwas mit Over … Oversum Vital Resort? Ich spüre, wie sie mich beobachtet. Ich gebe alles, um mich jetzt ja nicht zu vertippen. Scheiße, ich kann nicht mehr klar denken. Vielleicht sollte ich sie doch einfach hier nehmen, damit der Druck weg ist und ich wieder den entspannten Arsch mimen kann. Doch nein, ich will das genießen.

Wir reden kein Wort.
Ich versuche mich den Verkehr zu konzentrieren.

Wir stellen das Auto ab und gehen durch die Lobby. Ich melde uns an und hole den Schlüssel. Im Fahrstuhl fahren wir hoch bis zu unserer Etage. Ich lasse ihr den Vortritt, um noch mal einen Blick auf ihren Hintern werfen zu können. Ich danke Gott, Satan, Buddha in einem Atemzug dafür.

Ich schließe die Tür auf und lasse sie vorgehen.

Ich brauche 3 Sekunden um das Zimmer zu bewerten. Modern, kühl, Kingsize Bett . Genauso hatte ich mir das vorgestellt. Ich schmeiße meine Tasche neben ihre und inspiziere als erstes das Bad. Die Dusche ist groß genug – prima.

Dann steh ich mit einem Mal vor ihr. Die Aussicht hinter ihr ist fantastisch, das große Fenster bietet einen Panoramablick, aber ich habe keinen Sinn dafür.

»Leg dich hin«, sage ich.

Sie setzt sich auf die Bettkante. Ich bleibe an Ort und Stelle stehen. Sie verdreht die Augen und zieht mich zu sich ran. Ich wollte ihr die Möglichkeit geben das Tempo und Timing zu bestimmen. Ich hätte auch erst Smalltalk gemacht, aber wenn sie es so will … Ihre kleinen Hände schieben mein Shirt hoch und bedeckt meinen Bauch mit leichten Küssen. Er war schon hart, als wir ins Auto gestiegen sind, aber das hier, jetzt, dieser Moment, sprengt noch mal alles. Ich versuche, sie nicht mit den Händen zu berühren, denn dann würde ich sofort abspritzen und das wäre zu schade. Ihre Zunge gleitet nach unten, Richtung Gürtel. Mit einem Ruck öffnet sie ihn und die Knöpfe der Jeans gleich mit. Die Hose fällt zu Boden. Ich kann nichts dagegen tun, da hat sie ihn schon aus der Shorts geholt und umfasst ihn mit der Hand. Für eine Nanosekunde denke ich, was sie wohl denkt, wenn sie die Narben an ihm sieht. Die feinen silbernen Strichlinien, die ich ihm mit dem Messer über Jahre beigebracht habe. Wir sie schockiert sein? Wird sie aufhören wollen? Wird sie …

Als Antwort nimmt sie ihn in den Mund.

Holy fuck.

Es ist nicht so, dass ich das Gefühl nicht kenne, aber es ist so … so anders. Für einen Moment schließe ich die Augen. Dann fängt sie an, die Zunge zu bewegen und ich denke, ich muss jetzt in diesem Moment sterben. Ich kann nicht anders und muss nach unten gucken. Langsam zieht er sich aus ihrem Mund zurück, nur um gleich wieder von ihr umschlossen zu werden. Das ist mit Abstand der wunderschönste Mund, den ich je gesehen habe.

Ich kann nicht anders, und muss mich bewegen. Ich will diesen Mund ficken. Ich bin dankbar, als sie ihre Hände um meine Hüften legt, um mich zu stoppen; ich bin schon seit Stunden nicht mehr zurechnungsfähig. Quälend langsam lässt sie ihre Zunge am Schaft herabgleiten. Ich werde bekloppt im Kopf; halte es nicht aus, still zu halten. Ich fasse ihr in die Haare und gebe ihr einen schnellen Rhythmus vor. Sie saugt. Ich … ich … fuck.

Ich ziehe ihn aus ihrem Mund. Dass nimmt hier sonst kein gutes Ende. Sie wischt sich über die Lippen.

Ich drücke sie aufs Bett und schiebe ihr Top hoch. Kein BH. Natürlich nicht. Küsse ihren Bauch. Meine Hände umschließen ihre Hüften. Sie drückt sich mir entgegen. Ich weiß gar nicht, was ich zuerst mit ihr anstellen will.

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, aber irgendwie habe ich ihr die Hose runter gezogen. Ich weiß noch, dass ich sie nur im Höschen vor mir haben wollte. Sie sollte dieses verdammte Ding anbehalten, während ich sie ficke. Ich schiebe es zur Seite – Oh, Herr im Himmel, ich habe sie dort berührt – und dringe vorsichtig in sie ein. Wenn’s nach mir gehen würde, wäre ich nicht so zärtlich, aber ich will ihr keine Angst machen.

Sie seufzt, als ich damit beginne, mich in ihr zu bewegen. Ich darf keine großen langen Bewegungen machen, sonst war’s das nach 3 bis 4 Stößen, also bin ich betont konzentriert. Ich beobachte sie genau: Wie findet sie es?, Ist das okay?, Will sie es wirklich?, Ist es gut?, Mehr?, Weniger? Ich versteh die Welt nicht mehr, weiß nicht, was richtig und was vielleicht falsch sein könnte. Aber sie liegt nur da mit geschlossenen Augen und leicht geöffneten Mund, als ob sie es nicht glauben könnte, was hier gerade passiert. Ich versteh’s, ich kapier auch grad‘ so gar nix mehr.

Ich habe ein solches Bedürfnis nach Intimität, dass ich sie vom Bett hebe und mir auf den Schoß setze. Ich will sie umarmen, sie überall berühren, überall gleichzeitig sein. Dass diese Position zur Folge hat, dass ich nur noch tiefer in sie rutsche, hatte ich ernsthaft nicht bedacht. Sie keucht auf. Das Geräusch turnt mich so an, dass ich ihr um den Hintern fasse und sie auf mir hoch und runter schiebe. Ich will sie mein Leben lang so ficken, für immer in ihr sein. Mein Schwanz gleitet so mühelos rein und raus, als wäre es das normalste auf der Welt. »Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich«, höre ich mich immer wieder sagen. Sie drückt sich mir entgegen. Ich spüre, wie ihre Brüste an mir reiben. Scheiße, warum habe ich das Shirt noch an? Ich will es ausziehen. Sie klammert sich an mir fest, als ob sie Angst hätte, zu fallen. Ich will ihren ganzen Körper spüren und zerre an dem dämlichen Shirt rum. Nach dem kurzen Moment der Distanz rutscht sie wieder in mich rein. Ich stöhne auf; ich finde das albern an mir, aber ich kann nicht anders. Das ist wie Vanillemilchshake mit Pommes und irgendwas noch ganz tolles obendrauf. Es ist so unbeschreiblich, dass mir keine Worte mehr dafür einfallen.

Ich halte ihren Hintern fest umklammert und schwöre innerlich, dass ich niemals damit aufhören werde – und wenn es mich umbringt.

Ungelenk küsse ich irgendwas zwischen Schlüsselbein, Hals und Schulter. Sie schmeckt salzig. Ich liebe das. Ich will alles auf einmal. Ich greife ihr in die Haare. Sie wird lauter. Fuck, ich kann so nicht lange. Sie kommt; ich spüre es an meinem Schwanz, wie sie sich von innen verengt. Fuck, sie kommt. Jetzt nicht durchdrehen, Alter. Nicht durchdrehen. NICHT DURCH- ach, fuck. Ich kann nicht mehr. Ich will mich nicht zurück halten. Ich drücke sie so fest an mich, wie es nur geht, ohne sie irgendwie kaputtzumachen, und ficke mir das Hirn aus dem Kopf. Ich komme so explosionsartig, dass man es im ganzen Hotel hören muss. Ich wette, selbst die NASA hat irgendwelche Messdaten über diesen Moment aufzeichnen können.

Nachdem ich mir sicher bin, wieder einen halbwegs grammatikalisch richtigen Satz formulieren zu können, frag ich vorsichtshalber noch mal nach: »Bist du gekommen?«

»Einmal?!?«, antwortet sie und lässt sich lachend vom mir herunterfallen. »Du hast Nerven!«

Schätze, das heißt, ja.

Ich möchte jetzt nur noch sterben.

»Gib mir fünf Minuten«, keuche ich.

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