Enrage

Plötzlich warst du wieder da – und ich voller Selbstsicherheit.

Doch schnell wurde mir bewusst, in was für einer Situation ich mich befand: Ich sitze neben dir. Neben dir Häufchen Elend. Und darf dich nicht berühren. Die Sehnsucht vernebelt meinen Blick. Sie macht mich high. Ich hab keinen blassen Schimmer was ich hier tu, was ich hier überhaupt will. Ich seh dich nicht mehr. Ich seh mich nicht mehr. Nur noch das, was war.

Doch ich realisiere.
Ich realisiere wo ich da hinein geraten war.

Ich.
Ich, als sicherer Ort.
Ich, als helfende Hand.

Ich, als Berater, als Vermittler.

Dein ernst?

Ich will darauf eine Antwort!

DEIN VERFICKTER ERNST? 

Wie soll ich dir meine Hand reichen, bevor du die Klippe hinunter fällst, ohne sie je wieder los lassen zu können?
Wie soll ich dich wiederbeleben können wenn du vor mir zusammen brichst?

Wie soll ich, nachdem meine Lippen deine berührt haben, je wieder von dir los kommen?

Sag’s mir. Wie hast du dir das vorgestellt?

Ich kann das nicht.
Mein Herz hat sich vor drei Jahren für dich entschieden. Du müsstest verstanden haben, dass es das nicht leichtfertig tut. Ich hatte mal so viel Mut.

Jetzt bin ich wütend. Ich bin so unsagbar wütend. Meine Wut frisst mich von innen auf. Sie zerfetzt mir meine Eingeweide und säuft mein Blut.

Ich glaube, du verstehst nicht einmal, warum ich so wütend bin. Ich bin nicht wütend, auf das was du tust.

Nein. Gottverdammtnochmal NEIN!

Ich bin wütend auf das wie.

Ich bin wütend, wie schnell du mich ausgetauscht hast. Aber ich hätte das wissen müssen. Du bist nicht wie ich.

Umso länger ich dir zu höre, umso mehr verlieren die Worte die du einst zu mir gesagt hast, an Bedeutung.

Du gibst den einzelnen Menschen keinen besonderen oder einzigartigen Wert in deinem Herzen. Du schmeißt sie alle in die gleiche graue Masse deiner Idealisierung.

Schatz. Mein Seelenmensch. Mein Kryptonit. Ich liebe dich. Ich werde ohne dich sterben. Unsere Liebe ist etwas besonderes. Ich habe noch nie so geliebt, wie bei dir. Song#1, Song#2… Song#351 die alle etwas ganz besonderes für uns sind!!!111!!!elf

Dass du nicht einmal vor Liedern halt machst. Du hast keine Lieder für einzelne Menschen, für spezielle supercalifragilisticexpialigetische Momente in denen dein Herz hüpft. Du hast nur deine Sammlung an Liedern für deine hässliche graue Idealisierungsmasse.

Ich hab dir einmal geglaubt. Weil ich dir glauben wollte. Trotz all dem was zwischen uns stand!
Und jetzt zu sehen, dass du all dem nie einen wirklichen Wert gegeben hast…
Das tut so unsagbar weh.

Das übertrifft jeden Krieg, jedes Drama, jeden gottverdammten Psychofick.

Dass du das alles tust, ist okay.
Dass du dich damit vor mir schmückst…nie hast du mich so verletzt und entwürdigt.
Seit Tagen häng ich in meinem depressiven suizidalen Loch. Und dass, obwohl ich mir geschworen hab, durch die Gefühle zu dir dort nie wieder zu landen.

Was mir bleibt, ist die Musik.
Musik, die du mir nie wegnehmen und beschmutzen kannst. Du wirst sie nie verstehen oder fühlen.

Aber ich bin nicht nur wütend auf dich.
Ich bin auch wütend auf mich. Auf meine Naivität, darauf, dass ich damals an uns geglaubt habe. Und auf mein beschissenes Herz.

Aber ich hab wieder etwas dazu gelernt. Danke.


 

Tja, was soll man dazu sagen. Ich habe jetzt fast einen Monat gebraucht, um an diesen Text noch mal ran zu gehen. Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht mehr, was seit Februar alles passiert ist.

Du hast mit vielen deiner Vorwürfe Recht. Ich weiß, ich dürfte dir das nicht sagen, weil du dich dann bestätigt fühlst und erst recht durchdrehst.
Du verlangst von mir Souveränität. Du verlangst, dass ich deinen Hurrikanen standhalte – so wie immer. Ich beruhige, spiele runter, chille und erde dich.

Joar, das war vor fast einem Monat. (Welcher Monat, verdammt?!)

Jetzt sieht das ganze schon wieder anders aus.

Deine Seele, dein Herz, ist weiter gezogen. Tu nicht so, als ob du das damals geschriebene heute noch so meinen würdest. Du bist weiter gegangen. Ich bin längst nicht mehr das Zentrum deines Universums. Du hast dich. Du hast jetzt ihn. Diese Austauschnummer, in meinen Augen. In deinen Augen ist es etwas anderes. Du gibst dem Wert.

Frau!, du scheißt mich an, weil ich jemand anderes Wert gegeben habe und du tust es jetzt an selber Stelle!
Reflektiere doch mal, bitte.

Oder, ey, ist das jetzt was anderes? Ist das jetzt die true love? Ist das jetzt dein Seelenmensch? Ist es das jetzt?^^ Dein Happyend?

Pffft. Pusteblume. Wir sprechen uns bald.

Aber, ey, ich machs dir nicht kaputt. Ich manipuliere nicht, ich paranoide nicht, ich fick dir da nicht rein. Ich bin nur ehrlich. Ehrlichkeit ist unser höchstes Gut. Die Währung, womit wir unsere Beziehung finanzieren.

Ich fange dann auf, wie du mich aufgefangen hast. Werde es immer tun. Klein-Finger-Schwur.

Aber, ey, all das, was du mir in deinem enrage vorwirfst, machst du jetzt auch^^

Tu nicht so, als wärst du noch emotional an mich gebunden.
Tu nicht so, als wäre ich dir noch so viel wert, wie an anderen Fixsternen unseres Lebens.
Tu nicht so, als wären Er und ich auf einem Level.
Tu nicht so.

Wenn du weiterziehen willst: zieh. Geh. Ich habe dir immer nur alles Glück dieser Erde gewünscht. Auch wenn ich der Meinung war, dass ich dieses Glück bin und alle anderen nur zukünftige Ex-Freunde^^

Vielleicht ist es diesmal anders.
Vielleicht ist es diesmal der Absprung.
Vielleicht ist Er es.
Der Eine – und so 😉

Ich persönlich glaube nicht daran. Wir werden immer in dieser Psychose festhängen. Nicht, weil wir müssen, sondern weil wir es wollen.

Wie definiert man unsere Beziehung?
Ich finde das ist ein Gedanken-Experiment, welches den Rahmen sprengen würde. Wir sind schon echt speziell.

 

Vielleicht ist Er nur ne Phase bei dir.
Vielleicht ist Er nur eine Phase bei mir gewesen.

Vielleicht waren es immer nur du und ich.

 

Ich kann dir keine Zuversicht bieten. Diese Sicherheit, die du so sehr brauchst. Meine Souveränität liegt auf dem Boden einer Vodkaflasche, Benzos schwingen durch das Glas. Und ich finde, da liegt sie heute sehr sehr gut.

Weißt, gestern hatte ich einen guten Tag.
Und was mache ich damit?
Ich zerficks im nächst möglichen Moment.
Ich WILL das so.
RÜCKFALL! YEAH! Ich liebe es so!
Ich habe mich so ans Herzstechen gewöhnt, dass es mir seltsam vorkommt, wenn ich nicht penetriert werde oder sich der Wahn in mir ausbreitet. Die ganzen Wochen lag meine Seele frei. Da war kein schützender Panzer. Gestern hatte ich das erste Mal, das Gefühl, als hätte sich eine Robe drauf gebildet. Nicht jeder Trigger oder Erinnerung drang sofort in mich ein. Da war ein Schutz. Heilung. Dieser Schutz hat mir Angst gemacht. Ich glaube, ich will keinen Schutz. Ich will dieses ganze Drama. Denn dann läuft etwas richtig in meinem Leben. Dann fühlt es sich normal an. Dann kann ich kreativ werden und Dinge schaffen. Art never comes from happiness. Ich glaube, ich brauche das Herzstechen um Schaffen zu können. Wer die Nadel schlussendlich in der Hand hält – und damit sind wir wieder bei der grauen  Idealisierungsmasse –, ist mir egal. Hauptsache ich leide. Im Leid wachse ich über mich hinaus.
Aber ich fühle mich gut mit dem Gedanken, dass es nicht ER ist. Ihn würde ich zurzeit nicht aushalten können – furCHtbar.

Kontaktverbot. Ich halte mich daran. Naja, so fast, zu 99,9%.
Heute der Rückfall. Warum heute? Who cares.

Aber jetzt halt mal einen Moment inne, Schatz.

A. Was hast du gestern getan?
B. Was habe ich gestern getan?
>Antwort A: Du warst in DM und hattest einen Magischen Kuss.
>Antwort B: Ich war für mich alleine.

Wir waren gestern nicht zusammen. Jeder hat sein Ding gemacht. Und, wir waren beide glücklich.

Wo stehn wir heute?

Wir sind meilenweit voneinander entfernt.
Ich bin auf dem Mars.
Du auf deinem eigenen Flauschplaneten, den noch kein Wissenschaftler entdeckt hat.

Frage:
Wie geht es dir?

Bin ich diesen Anschiss noch wert?
Denk mal drüber nach.

Du hast Wertepuzzel gemacht. Und ich stehe nicht mehr im Fokus des Motives. Ich bin eine Eckkante, die man braucht, damit das Bild einen stabilen Rahmen hat. Eine Funktionalität.
Du idealisierst oder liebst jetzt woanders rum.
Ich meine das nicht zynisch. Ich meine das realistisch.
Aber mecker dann auch nicht an mir rum, dass ich … *zensiert*
Bin grad auf einem guten destruktiven Level. Will wieder losfahren. Will wieder das Unaussprechliche tun. Will ein Zeichen setzten. Will, dass verstanden wird, wie sehr ich darunter leide. Mit krassen Aktionen. Und im selben Atemzug traue ich mich nicht, darüber nachzudenken, wie sehr mich das noch tangiert. Ich bin ein paar Tage lang echt gut durchgekommen. Jetzt bin ich wieder an diesem Punkt. Was war der Trigger?

Es gab Trigger. Es gab von mir gesuchte und gefunden Möglichkeiten, mich abzuficken.

Mein Backup war nicht da.
Ich glaube, mein Backup hat auch gar keine Lust mehr auf diesen scheiß.

Am Anfang vermutlich noch reizvoll und spannend, jetzt irgendwie strage und Distanz-würdig.

Merkste was?
Wollen diese Menschen, die kurz in unsere Bahnfahrt einsteigen, wirklich lange bleiben? Klar, fahren sie einen Moment mit. Aber steigen sie nicht früher oder später aus? Und wer sitzt dann noch in unserer Raucherecke?
Dass sind du und ich.

Denkst du nicht, damit haben wir viel mehr, als andere Menschen?
Ja, haben wir.
Aber es reicht uns nicht. Nie.

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