„Du Stück Scheiße.“

 

Schon lange nicht mehr gehört.
Aber vergessen?
Nein.
Ich kenne diese Worte. Ich kenne das Gefühl dazu. Diese Wahrheit, bestätigt von deinem Gott. Was bin ich schon, dass ich an seinen Worten zweifle? Ich habe überhaupt kein Recht mich zu wehren.

Schluck es, Mr. Superstar, schluck es einfach.

Nein, ich kann nicht schlucken. Ich bin kein Kind mehr, in dessen Hals es einfach so runterrutscht.

Ich bin ein Grizzly jetzt!

Es eckt an. Die Kehle verengt sich. Ist sie kleiner geworden oder das Stück größer? Ich muss es mir regelrecht runterwürgen und aufpassen, dass ich es nicht gleichzeitig wieder rauskotze. Es soll ja schön dahin, wo es wehtut: Vom Rachen, durch den Magen, aufgelöst mit selbstverachtender Magensäure, direkt in den Organismus. Von dort wird es dann an jede Zelle weiter getragen – solange, bis selbst die Fingernägel und Wimpern wissen: Ich bin ein Stück Scheiße.

Ich bin der große Real-Life-Versager #1

Habe mich durchgeschlichen,
viel genommen, wenig gegeben
gemogelt
manipuliert
ergaunert
meinen eigentlichen Wert frech erhöht.

Geleecht
Aufgaben vertagt
von Problemen abgelenkt
Zeit geschunden
ausgenutzt
getan, als wäre ich unentbehrlich.

Ich bin ein nichts. Ein eigentlich leeres Gefäß, prall gefüllt mit chinesischem Essen, einmal die Woche, und Drogen, ebenfalls einmal die Woche.

Wenn die Freaks im Internet meinen, ich bin ein Stück Scheiße:
– Okay, die kennen mich nicht, sie sind mir auf den Troll gegangen.

Wenn es mein Vater sagt:
– Okay, da spricht der Alkohol aus ihm und seine Ungeschicklichkeit.

Wenn du es dir selber sagst:
– Kay, das ist das Borderline in mir. Glaub nicht alles, was du denkst.

Aber… A.B.E.R. (!) wenn ER, dein Personal Jesus, das sagt, dann gibt es keine Ausreden mehr. Kein sich hinter irgendwas verkriechen und in sich selbst verstecken.
Nein, dann bist du nackt und erkannt worden.

 

Das ist Liebe am Ende:
So gesehen zu werden, wie man wirklich ist.

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