Doch.

hast du einen freund„Nein.“
Du meinst es ernst, ich spüre es.
Ich habe mal etwas anderes gespürt. Ich fühle den Unterschied. Es war mal ein „Ja“. Jetzt ist es ein „Nein“. Was habe ich verpasst? Wo habe ich einen Fehler begangen?
– Okay, LOL, war nur ’n Scherz.
Ich weiß den Fehler. Ich kenne ihn genau. Hab’s am Ende doch tatsächlich noch kaputt gekriegt. Ich, mit meinem ewigen hin- und her. Heiß und kalt. Nähe und Distanz. Mir ist selbst ganz schwindelig.

 

„Hast du einen festen Freund?“
„Nein.“

Ich verstehe.
Hirn sagt ja. Seele schreit nein.
Ich freue mich für dich. Ernsthaft. Aufrichtig. Will dich doch glücklich sehen. Ich kann dir dieses Glück nicht liefern. Ich bin ein beschissener Postbote. Wenn ich Post bringe, ist es meist etwas Schlechtes. Ich bin der Postbote of Doom. Wer will mit mir schon wichteln?

 

„Hast du einen festen Freund?“
„Nein.“

Doch.
Einfach doch.
Ein kleines verzweifeltes banales zittriges „Doch“.

Wir sind billige Fusel-Saufkumpanen. Wenn wir besoffen sind, fließt der Chat. Wir necken uns, spielen, streiten, ficken, kämpfen – und vertragen uns am Ende des Tages.  Wir sind frei wie Peter Pan und Tinkerbell.
Beziehungsweise… ich bin frei. Wie es dir dabei geht, weiß ich nicht. Ich lasse dich tanzen. Du machst den Poledance für mich. Ich sage links – du musst links. Sage ich: „Rechts!“, dann ziehe ich dich an den Haaren dorthin. Ich greife hinein und steuere dich, wie es mir gefällt.
Ja, dass alles – und deine Antwort auf die Frage lautet tatsächlich „Nein“?
WTF?!
Du hast nicht „Nein“ zu sagen.
Du hast gefälligst die Wahrheit zu sagen!
Schrei diesen Motherfuckern dein „Doch“ entgegen. Ich verlange das von dir! Ich zwinge dich, falls nötig. Glaub mir, du willst mich so nicht kennenlernen.

 

„Hast du einen festen Freund?“
„Nein.“

Ich tue einfach so, als würde es mir nichts ausmachen.

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