Das Cold-Turkey-Wackeldackel-Syndrom

Das Cold-Turkey-Wackeldackel-Syndrom1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

 

Dieser Rhythmus zieht sich durch. Sekunde um Sekunde. Stunde um Stunde. Tag für Tag. Mittlerweile bin ich an Tag 20 angekommen und bin – tja, wie sage ich das jetzt charmant? –richtig fucking pissed.

Ich bin auf Entzug. Ich bin ein ruheloser kalter Truthahn, der kopflos im Zirkel rennt.

 

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

 

Ich wackle‘ mit dem Fuß wie ein scheiß Wackeldackel auf Oma Ernas Armaturenbrett ihres Golfs Plus.

WTF.

WHAT THE FUUUUUUCK, will ich die ganze Zeit schreien. Es lodert in mir. Ich muss mich bewegen. Ich muss tun, machen, treteln, wackeln. Ich bin so ruhelos. Ich verbrenne innerlich. Muss doch stillhalten. Zwinge mich zum Stillhalten. Nur ein paar Minuten!

 

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

 

Ich bestehe aus purer Energie. Ich brauche das scheiß Doxepin. Ich brauche das Gift, das meine Nerven zur Ruhe bringt. Beruhigung. Seit 20 Tagen bin ich nun clean.

20 Tage versus 12 Jahre.

Du warst doch mal mein Freund, verdammte Scheiße! Wir schliefen zusammen. Vergaßen. Betäubten mich.

Was ist nur mit uns passiert?

Es wird mich nicht einfach gehen lassen. Es liebt mich wahrlich. Lässt mich nicht kampflos ziehen. Der einst gute Freund ist beschissen sauer auf mich. Es stalked mich besser als jede Ex.

 

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

 

Ich brenne. Ich will mir die Haare rausreißen. But first, LET ME TAKE A SELFIE! Bevor ich zu sehr nach gerupften Truthahn aussehe und mir keinen mehr auf mein hübsches Gesicht narzisstisch einen wichsen will.

Meine Ex schreit nach einem Messer. Ich schreie mit. Endlich sind wir uns einig, was meine Zukunft angeht. Lidl hatte letztens ein hübsches Set im Angebot. Ich hab mit den Wimpern geklimpert – wie immer. Und die Antwort darauf war auch wie immer. Kein neues Set für Daddy. Stattdessen das olle Ding, was ich gut versteckt halte. Diese mittlerweile dreckige Klinge, die ich mit meinem Sagrotan sorgfältig desinfiziere um

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

auch ja keine Infektion zu bekommen. Safety first. Wir wollen mein Messer. Ich will mir die Haut in Scheiben runterschneiden. Faszinierend schaue ich beim Perfekten Promi-Dinner dem Fleischer zu, wie er die hauchdünnen Carpaccio-Scheiben runterschneidet. Ich will das auch. Ich will so lange schneiden, bis dieses

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

aufhört.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

1.2.3. 1.2.3. Bäm.

Silent Bob rief an. Aushalten, sagt er.

Es ist wie ein Mantra. Das Mantra meines Lebens.

1.2.3. 1.2.3. Aushalten.

1.2.3. 1.2.3. Aushalten.

1.2.3. 1.2.3. Aushalten.

Halten.

Mich.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: