Beep-Beep-BiPo

Oh, it’s awesome!
Nein, it’s kacke.
Quatsch. Alles super.
Nope!!!

 

Gestern Therapie.
Ich sitze da und unterschreibe einen Antrag auf 15 Stunden Krisentherapie. Headline: Akute Belastungsreaktion bei psychisch gestörten Menschen. »Ist das Ihre Adresse?« – Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nicht mehr, wo ich wohne. Ich weiß nicht mehr, wann ich bin. Wer ich bin.

Kurz vorher haben wir über meine Persönlichkeitsreife gesprochen. Ich antworte aus dem FF, dass ich die emotionale Reife einer 13-Jährigen habe. Sie lacht und meint: »Ich sehe Sie noch jünger.«
Ich trigger.
Ich tille.
Will wieder irgendwas nach ihr schmeißen.
Sie hat da so eine scheiß Tasse Tee vor sich stehen … In meinem Kopf ist Gewalt. Dass ist okay, besser als dieses Kind, welches man versucht aus seiner dunklen Ecke zu zerren.
Sitz! Bleib! AUS!
Raus.

 

Wir gehen weiter. Ich erzähle, dass ich seit 3 Tagen nüchtern bin. Sehr gut! Applaus-Applaus. Ich bin sogar nüchtern hier her gefahren. Super!

Sie stellt mir Fragen, die mich auf das Kommende vorbereiten sollen. Ich hab’s nach dem ersten Satz durchschaut und bin innerlich längst bewaffnet. Und obgleich ich weiß, was da kommt, ist es dennoch ein Schock. Ich lasse die durchgeladene Schrotflinte fallen. Die Messer auch. EMP’s verschwinden heimlich in meiner Hosentasche.

Der Tag fing so gut an. Ich habe geträumt. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, aber ich empfand so eine Ruhe in dem Traum. Ich will dahin zurück. Ich will im Loop dieser Situation leben. Zugegeben, danach kamen wieder die Zweifel, die Zwangsgedanken, die Paranoia – aber für ein paar Augenblicke war alles gut. Wow. Was für ein kostbares Gefühl, wenn man mal glücklich ist. Haben das normale Leute öfter? Man, man, man, was für ein Leben es sein könnte!
Mein Leben hingegen sieht wie folgt aus:

  • Kein Schlafbedürfnis. Am besten ging es mir, wenn ich bis 4 Uhr morgens wach war, dann zwei Stunden schlafen, dann weitermachen.
  • Rededrang. Meine armen Mitmenschen …
  • gesteigerte Geselligkeit. Yo! Yo! Yo!, für einen SoziPhobie ist das echt funny!
  • Ich muss ständig was machen. Und wenn ich was mache, dann kann ich es nicht länger als ein paar Stunden am Stück. Ich bin dann so leer und unkonzentriert, dass ich einfach ins Koma fallen möchte, damit mein Gehirn resetten kann.
  • Irre Ideen (sprechen wir nicht drüber^^)
  • Verlust sozialer Hemmungen (Nein, da sprechen wir auch nicht drüber xD)
  • Omnipotenz und rücksichtsloses Verhalten. Ähm, ist das nicht mein Narzissmus? Hallooo-hoo?!
  • Risiko-Verhalten (Darf ich aus Rechtswegen nicht drüber sprechen.)
    Und mein Lieblingspunkt:
  • gesteigerte Libido. Hahahahahahahaaha – Penis! – Gnihhiihihihihihihihi. Was für ein netter Ausdruck für Ficken-Ficken-Ficken-Porno-Ficken-Ficken-Ficken. Hach!

Dazwischen dann tiefe depressive Phasen. Nur um noch mal den schönen Kontrast zu definieren. Ist ja nicht schon alles SCHEIßEEEEEEE genug!

  • Freude an Nix mehr
  • Selbstvorwürfe, Selbstvernichtung, Selbstmord
  • suizidales Verhalten
  • Unentschlossenheit, Unsicherheit, Unerträglichkeit
  • Kein Schlaf …
  • Kein Essen …
    … über Tage.

Und das im Wechsel.
Mal tage- und wochenlang < – > mal stündlich.
Mal Manie < – > mal Depression.

Diagnose: Bipolare Störung

Wie gesagt, ich bin nicht überrascht. Bin doch selbst der beste Diagnostiker des Internets.
Ey, als ob das Borderline nicht gereicht hätte, näh?!
Ich fühl mich so richtig gefickt.

 

Wir gehen zum ‚Problem des Tages‘ über. Ich fange das Heulen an. Entscheidungen werden für mich getroffen, weil ich selbst nicht mehr in der Lage bin, zu bewerten, was gut für mich ist und was nicht.
Gut ist atm NICHT: Raiden.
Jetzt schlägt’s aber 13!
Ich fange mit Schnoddernase das Diskutieren an. Ich verteidige und rechtfertige. Ich stehe vor Gericht und halte ein Plädoyer. Ich bin gut! Aber ich kann das nicht mehr einschätzen. Also wird mir das abgenommen. Ich muss etwas ändern, ansonsten heißt es nicht Therapiebereit. – Ficken, Alter.
Da kriege ich nach Kontaktverbot jetzt noch ein Raidverbot. Wie alt bin ich eigentlich?! Ach, ich vergaß: u13.

 

Sie fängt wieder mit Klapse an.
Ich erzähl ihr was über Klapse.
Bete meine komplette Historie an Abbrüchen runter. Ich erzähle, wie ich aus Gilead IV geflüchtet bin und wie ich aus dem GPZ rausgeschmissen wurde. Sie kriegt große Augen. »Sie sind ein sehr interessanter Mensch.« – Ficken, Alter.

 

Sie fängt wieder mit Medikamenten an.
Ey, wenns kein Benzo ist, dann troll dich. Ich mache keinen Entzug mehr. – Ficken, ALTER.

 

Sie fängt von der sozialen Phobie an.
Ich blockiere. Näh, da geh ich nicht dran. Kannst’e vergessen. Ich geh da nicht mehr raus. Sie wird streng. Fängt wieder von Verhaltenstherapie an und dass, wenn ich was ändern will, auch mitmachen muss, sonst hat es keinen Sinn. Diese Zielführung fängt an mich abzufucken. Ich vermisse Martin, der einfach über alles gelacht hat, mir ne Idee mit auf den Weg gegeben hat und nicht mit komischen Therpieansätzen kam. Apropos Martin: Sie fragt, was er eigentlich die ganze Zeit mit mir gemacht hat. Ich glaube, nach der Antwort wird ihm die therapeutische Zulassung entzogen. – Sorry, Alter!

 

Sie fängt von Suizidalität an.
Ich antworte wahrheitsgemäß. Was bringt es denn bitte zu lügen? Die Augen werden wieder groß. Ich gucke auf die Tasse Tee. Gibt bestimmt ne schöne Beule.
Sie checkt nicht, dass das chronisch bei mir ist. Sie findet das irgendwie schlimm, wie ich darüber denke. Ich finde das normal. Bei ihr steht schon wieder Zwangseinweisung auf der Stirn. Bei mir steht: Ficken, Alter!

 

Nächster Termin: Montag.
Habe das Gefühl, das man mich nicht lange allein lassen kann. Die macht sich echt Sorgen. Issn komisches Gefühl.

 

 

Agenda:

– Den Nervenzusammenbruch weiter provozieren, damit ich in die Klapse gehe (o it’s awesome, nope, yes!)
– Doch mal über neue Medis nachdenken, weil ich es allein nicht schaffe da raus zu kommen
– Suchdruck widerstehen
– Absprache- und Therapiebereitschaft signalisieren
– wieder emotional autark sein und mich nicht reinsteigern!
– Auflage: Kontaktverbot, Raidverbot und lernen mich dem Borderline und der BiPo anzupassen
– besser lügen
– eine Rauchen
– überleben

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