Aderlass

Träume kleben an mir wie Sirup.
Die Gefühle, die ich im Traum hatte, sind universell.
Stehen da, wie ein abstrakter Würfel auf einer Waldlichtung;
absolut deplatziert; geradezu originell.
Emotionen und Gedanken drehen sich schnell,
wie ein Karussell.

Was ich fühle, ist die Wahrheit. Die Realität.
Ich fühle Verlassensein. Ich fühle Verlust. Fühle Trennungsschmerz und Angst.
Das Komplettpaket.

Es ist so greifbar nah,
wie die Flasche vor mir.
Sie geht auf, die desolate Saat. 13466226_242257409490512_5858656898956074189_n

Ich habe mich verloren und finde mich nicht wieder.
Ich weiß nicht, wer ich bin.
Bin mir zuwider.

Nervenzusammenbruch.
Bruchstücke und Fassetten.
Nichts davon kann mich jetzt noch retten.

Top 10-Traumata schwirren durch meinen Kopf.
Bündeln sich und fließen hinab,
in das Depressions-Loch.

Alles ist wieder da.
Ich kann eine Situation nicht allein bewerten.
Alles ist wieder da!!!
In HD und glasklar.
Ich blicke auf meine Narbe.
Alles fliegt durcheinander und zerläuft wie Farbe.
Ich mische Rot mit Grün,
Grün mit Schwarz,
Schwarz mit Weiß.
Was soll der Scheiß?

Ich habe keinen Anfang und kein Ende von einem Gedanken.
Komme innerlich ins Wanken.
Keine Halterungen,
keine Ranken.
Es ist eine endlose Kette von Horrorgedanken.

Ritzen?
Trinken?
Pillen?
Wichsen?

Hilfe, ich muss hier raus! Ich muss hier weg!
Warte durch ein Meer aus emotionalem Scheißdreck.

Jeden Tag steh‘ ich an der gleichen Stelle und erinnere mich,
an die damalige einsame Zelle.
Mal nur ein Gedankenblitz, mal ein komplettes Gedankengewitter.
Erinnerung an die Zeit, die mir alles nahm. Da gab’s kein Glitter.

Auf einmal war ich Identitätslos.
Nix war mehr real/echt/existent.
Alles farb- und trostlos.
Renitent und fremd.
Auf einmal war es, als sei das alles nicht passiert.
Uns hat es nie gegeben;
waren nie liiert.

Wo waren all die Jahre hin?
Nix ergab mehr einen Sinn.

Ich war so verloren.
So irritiert.
So verunsichert.
Hab‘ mich so geniert.

Habe mir geschworen,
nie wieder zu diesem Ort in mir zurückzukehren.
Würde mich mit allen Mitteln dagegen wehren!
Wollte ihn verwaisen lassen. Efeu sollte darüber wachsen.
Und mit der Zeit würde ich ihn schon vergessen.
Prima!, das Problem wäre gegessen.

Positive Gedanken würden sich herauskristallisieren und sich an seinen Platz drängen.
Kein verzweifeltes Schreien mehr in den Geheimgängen.
Er würde blasser werden und letzten Endes ganz verschwinden.
Kein Festklammern mehr, an schlechten Dingen.

Aber eins habe ich nicht bedacht in meinem Auslöschungsplan:
meine Träume.
Hier herrscht Alarm!

Das geheime Hintertürchen in meinem innergedanklichen Geisterschloss,
steht sperrangelweit offen.
Es bleibt nur zu hoffen,
dass keiner reinschaut.
Denn er wäre betroffen,
würde er sehen,
wie die Sterne derzeit stehen.

Muss hier raus!
Will weitermachen,
völlig unverdrossen.
Zurück in mein Leben,
aber es wird scharf geschossen.
Ich scheine zu kleben an den Gedanken,
die sich verranken und verkanten,
in sirupartige Träume,
voller dunkler Räume.
Viel Horror und ohne Sinn.
Existenzauflösung,
emotionale Ausschlachtung,
ohne Gewinn.

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